Störche im Jümmegebiet

Das Jümmegebiet ist ein idealer und naturnaher Lebensraum für Mensch und Tier. Im Zweistromland zwischen Leda und Jümme finden auch die beliebten Weißstörche entlang der Flüsse mit ihren weiten Hammrichflächen für jeweils ein halbes Jahr eine Heimat.

Über großes privates Engagement zahlreicher Nestbesitzer und jahrzehntelange Begleitung durch den „Storchenvater“ Hans Appiß wurden alte Nistplätze für Störche ausgebaut und neue Standorte geschaffen. Zahlreiche Nester sind besetzt und die Störche sind Teil unserer Lebensgemeinschaft – das Jümmegebiet hat die höchste Storchendichte in Ostfriesland.

Das Storchennest an der Mühlenstraße in Detern (gegenüber des Kindergartens „Möhlenhuus“) wurde nun mit einer Webcam ausgestattet - Naturliebhaber können die Entwicklungsstadien im Storchennest live miterleben. Wir danken Marlene Nanninga und Axel Winkler, die sich im Tierschutz engagieren und sich für diesen Standort verantwortlich zeichnen.

Die Webcam soll dazu dienen, Erwachsenen wie Kindern die Möglichkeit zu bieten, sich mit den Störchen und ihrer Lebensart vertraut zu machen und das Bewusstsein für diesen Naturraum zu stärken.

Bilder der Storchennest Webcam 2016:

Der Weißstorch gehört zu den Zugvögeln und überwintert in Afrika. Der große weiße Vogel hat schwarze Arm- und Handschwingen. Sein Schnabel und seine Beine sind leuchtend rot. Er hat eine Größe von rund 1,10 Meter, wiegt 4,5 kg und hat eine Flügelspannweite von etwas mehr als zwei Metern. Im Aussehen unterscheiden sich Weibchen und Männchen nur in der Größe und im Gewicht. Das Männchen ist größer und schwerer. Der Weißstorch kann ein Alter von über 35 Jahren erreichen.

Die ersten Störche (meistens die Männchen) kommen von ihrem Winterquartier nach langer Reise im Februar und März in ihrem Brutgebiet an und besetzen in der Regel ihre alten Horste.

Weißstörche führen überwiegend eine Saisonehe. Aber da sie ihren alten Horst immer wieder nutzen, treffen sich auch die Partner vom Vorjahr häufig wieder. Sie legen 2 bis 5 Eier und brüten in der Zeit von März bis Juni; ihre Brutdauer beträgt rund einen Monat.

Es ist ein Naturschauspiel, bei dem wir den Störchen zusehen können – bei ihrer Nestpflege, der Balz, der Brut und schließlich den Jungvögeln bei ihren ersten Flugversuchen. Ab Mitte August verlassen die Störche ihren Brutplatz wieder Richtung Afrika. Meister Adebar, wie er in Märchen und Fabeln genannt wird, gleitet majestätisch am Himmel. Er nutzt die Thermik aus, um sich mittels der warmen Aufwinde kräftesparend in den Himmel zu schrauben. So kann er das tausende Kilometer entfernte Winterquartier nach Tagesetappen von 200 bis 300 Kilometern erreichen.

Im Frühjahr kehrt er wieder zurück und erfreut uns mit seiner Gesellschaft.